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Hauptstadtregion: Stimmung der Medienbranche so gut wie nie


„Die Stimmung ist außerordentlich positiv“, konstatierte der Geschäftsführer des Medienboards Berlin-Brandenburg, Elmar Giglinger, am Freitag zur Lage in der Medienbranche der Hauptstadtregion. 70 Prozent der Unternehmen aus Film, TV, Video, Radio, Presse, Musik, Games und Web/Mobile sind mit dem aktuellen Geschäftsverlauf zufrieden bis sehr zufrieden. Es ist der höchste jemals gemessene Wert des medien.barometers. Besonders zufrieden waren mit dem Geschäftsjahr 2014 die Firmen aus den Bereichen Web/Mobile (82 Prozent) und Games (81). Im Bereich Journalismus/ Presse liegt der Wert wie im Vorjahr bei 50 Prozent. Im Bereich Fernsehen/ Radio mit 63 Prozent etwas über dem Vorjahr.

Als wichtigste Zukunftsthemen nannte mehr als die Hälfte der Befragten digitale Geschäftsmodelle. Themen wie Urheberrecht, Datenschutz oder Netzpolitik rangieren mit deutlichem Abstand weiter hinten.

Seit 2004 wird das medien.barometer erhoben. Dabei hat sich in dieser Zeit die Zahl der Unternehmen fast verdoppelt, ihr Umsatz ist von 3,2 Milliarden auf 5,7 Milliarden Euro gewachsen. 54 Prozent der Medienunternehmen erwarten für dieses Jahr steigende oder stabile Umsätze.

404 Unternehmen wurden befragt, davon rund 80 Prozent in Berlin. Schwerpunkt der diesjährigen Umfrage war das Thema Internationalisierung. Demnach sind zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) schon international unterwegs. (gp)
 

Oettinger: starke europäische Stimme profilieren


EU-Kommissar Günther Oettinger hat die Werbewirtschaft aufgefordert, sich nicht mehr als Vertreter der deutschen Wirtschaft, sondern als starke Stimme in Europa zu verstehen. Auf dem Plenum der Werbung, veranstaltet vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) am Donnerstag in Berlin, nannte er als Ziel die „Digitale Union“. Der Kommissar für Digitale Wirtschaft hält die Werbewirtschaft für unverzichtbar, ermahnte aber auch, die richtigen Debatten zu führen und die deutsche Haltung des permanenten Abblockens zu überwinden. Wer die Daten hat, habe die Macht, sagte Oettinger mit Blick auf die USA, die eine „digitale Überlegenheit“ anstrebten. Gebraucht werde eine europäische Datenschutzordnung sowie ein digitales Urheberrecht. Noch vor Jahresende werde ein Entwurf dazu vorgelegt. Oettinger zeigte sich dabei überzeugt, dass es in 20 Jahren keine Zeitung auf Papier mehr geben werde.

ZAW-Präsident Andreas F. Schubert nahm für die Werbewirtschaft das Angebot von Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes, an, in einen Dialog zu treten. Altmaier hatte gesagt, die Bundesregierung teile „im Grundsatz die skeptische Haltung“ zu weiteren Werbebeschränkungen.

Die Werbewirtschaft hat sich 2014 nach eigenen Angaben „leicht positiv“ entwickelt. Die Gesamtinvestitionen in Werbung beliefen sich auf 25,27 Milliarden Euro, was einer Steigerung um 20 Millionen Euro zum Vorjahr entspricht. Der ZAW erwartet für das laufende Jahr ein Plus von einem Prozent.
 

Kongress Deutscher Lokalzeitungen debattiert Medienpolitik

 

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat auf dem Kongress Deutscher Lokalzeitungen die Vorratsdatenspeicherung als „mildeste Regelung der letzten zehn Jahre und der Europäischen Union“ verteidigt. Da das Gesetz das „absolute Verwertungsverbot bei bestimmten Gruppen“ wie Journalisten beinhalte, wären die geäußerten Sorgen unnötig. „Ihre Vorbehalte treffen nicht zu“, sagte er den versammelten Verlegern und Chefredakteuren am Dienstag in Berlin. Der CDU-Politiker betrachtet die Regelung deshalb als „sinnvoll und klug“.
Beim Thema Mindestlohn zeigte de Maizière durchaus Verständnis für die Sorgen der Verleger. „Aber wenn Mindestlohn, dann muss er überall gelten.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nannte vier medienpolitischen Forderungen aus liberaler Sicht. Als erstes will er die Medienaufsicht für den öffentlich-rechtlichen wie privaten Rundfunk zusammenführen, „angesiedelt bei den Landesmedienanstalten“. Er sei weiter für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der aber „schlank“ aufgebaut sein sollte. Gleichzeitig plädierte er dafür, noch einmal darüber nachzudenken, das ZDF zu privatisieren. Zweiter Punkt: das Kartellrecht müsse angepasst werden und auch für Online-Medien zuständig sein. Drittens sollten neue Ertragsmodelle anerkannt werden, wie die Gemeinnützigkeit des Journalismus. Dies sei eher denkbar als eine staatliche Finanzierung von Stiftungen. Viertens sollte der Datenmarkt geordnet werden, sagte Lindner, der das EU-Machtmissbrauchsverfahren gegen Google begrüßte.

Nach früheren Erfahrungen warb Lindner für Verständnis, dass er sich als FDP-Politiker nie wieder für verringerte Mehrwertsteuersätze „für Sie oder andere Gruppen“ einsetzen werde. Er nannte es als eine seiner Aufgaben, „etwas Farbe in die politischen Debatten zu bringen und sie mit explosiven Thesen zu beleben“.

Der gerade in Berlin tagende Verband Deutscher Lokalzeitungen vertritt nach eigenen Angaben 77 Verlage mit einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren. Die Zahlen stammen allerdings aus dem Vorjahr. Denn der Verband erfreut sich weiteren Zulaufs — mehr dazu in der neuesten Ausgabe von text intern. (gp)
 

Jugendschützer: Kinder im Netz besser schützen

Rund 7.900 Verstöße gegen den Jugendschutz hat die länderübergreifende Stelle jugendschutz.net im vergangenen Jahr registriert. Allerdings fanden sich davon nur 17 Prozent auf deutschen Servern, beklagten die Verantwortlichen bei ihrem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Jahresbericht. Die häufigsten Verstöße bezogen sich auf Pornografie, extremistische Inhalte und Missbrauchsdarstellungen von Kindern. In über 3.300 Fällen könnte jugendschutz.net eine schnelle Löschung herbeiführen.

Schwerpunkt des neuen Berichts ist das Thema Selbstgefährdung im Netz. Schon neunjährige Kinder würden in Communitys zu selbstzerstörerischem Verhalten animiert, Profile erzielten schnell hunderte Follower. Allein bei Instagram habe jugendschutz.net unter dem Hashtag #anabuddy mehr als 90.000 Beiträge gefunden, über die Hungerpartner gesucht wurden. Im Bereich der Selbstgefährdung löschten nur 42 Prozent der Betreiber beeinträchtigende und gefährdende Beiträge

Jugendschutz.net war 1997 von den Jugendministerien der Länder ins Leben gerufen worden und arbeitet heute mit den Landesmedienanstalten zusammen. Die Stelle verfügt aber nur über 35 Mitarbeiter und konzentriere sich daher auf Phänomene, wie eben jetzt die Selbstgefährdungen im Netz für Kinder. Trotz aller Bemühungen würden sich die Verstöße gegen den Jugendschutz verschlimmern, ist die rheinland-pfälzische Jugendstaatssekretärin Margit Gottstein überzeugt. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen würden immer jünger. Schon Dreijährige nutzten heute Apps. Immer Jüngere suchten nach Suizidpartnern. Sie nannte die Zusammenarbeit mit Plattformbetreibern „verbesserungswürdig“ und wünschte sich von ihnen „ein stärker pro-aktives Vorgehen“. Siegfried Schneider, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, lobte in diesem Zusammenhang die Kooperation mit Google und Facebook. Dennoch sei die Erfolgsquote gesunken. Deshalb forderte Schneider internationale Abstimmungen. (gp)

 

 


 


 

Nackte Wahrheiten

Die Medienwächter befürchten, dass es durch die wirtschaftliche Konzentration bei der Nachrichtenproduktion zwangsläufig zu einer publizistischen Konzentration der Inhalte komme. Hier wollen sie gegebenenfalls gegensteuern, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Medienanstalten (DLM), Jürgen Brautmeier, bei der Vorstellung des Programmberichts 2014. Fernsehen in Deutschland am Dienstagabend in Berlin. Zurückhaltend blieb die Kritik an Privatsendern wie RTL II, der bis zu 40 Prozent seiner Nachrichtenzeit für Prominenz und Human Touch reserviere. Joachim Becker, Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR), vermerkt, hier könnten sich auch junge Leute immerhin rudimentär über das Weltgeschehen informieren.


Dieses Mal beleuchtet der Programmbericht schwerpunktmäßig Aufklärungsformate. Ausgangspunkt sei die Frage gewesen, warum nach zahlreichen Sendungen Ende der 1990er Jahre Anfang des neuen Jahrtausends die Sendungen verschwanden und seit 2010 wieder neue Formate aufgelegt würden. Ob die Aufklärung im Fernsehen möglicherweise ein Gegentrend zu pornografischen Angeboten im Netz sei? Warum gerade jetzt ein Revival zu erleben ist, darüber waren sich Macher, Wissenschaftler und Beobachter in Berlin nicht völlig einig. Von Orientierungshilfe und Begleiter (Jan Winter, Sexualpädagoge und Gründer des YouTube-Kanals „61MinutenSex“) bis ´Was ist die Botschaft?´und den `besten Weg allein finden` (Dagmar Hoffmann, Professorin für Medien und Kommunikation an der Uni Siegen) blieb alles möglich. Laut Brautmeier gehe die Gesellschaft heute schlicht gelassener mit dem Thema um. Becker gab aber zu bedenken, die Formate seien unter dem Blickwinkel Jugendschutz zu beobachten. Der ist immerhin einer der verbleibenden Gegenstände der auch um ihre Rolle ringenden Landesmedienanstalten! (gp)

Verlässliche Crowd

„Es funktioniert!“, charakterisiert Andre Meister das Finanzierungsmodell des Blogs netzpolitik.org. Seit elf Jahren besteht das Projekt, gegründet von Markus Beckedahl. 2014 wurden 180.000 Euro an Spenden eigenommen und daraus die dreiköpfige Redaktion finanziert. Dazu seien 70.000 Euro an Werbung und Gastvorträgen gekommen, erzählte Meister auf der re:publica in Berlin. Was insgesamt dazu führte, dass zwei neue halbe Stellen geschaffen werden konnten. Das sei nicht immer so gewesen. Bei seinem Einstieg vor drei Jahren sei die Lage eher prekär gewesen. „In den vergangenen Jahren ging es nur aufwärts“, resümierte Meister, der zugleich eine Bezahlschranke für netzpolitik.org definitiv ausschloss.

Ähnliche und doch andere Erfahrungen machte das Projekt taz. Fast 15.000 Genossen tragen die Tageszeitung, die immer wieder Kampagnen fürs Überleben starten musste und sich nie auf einem fetten finanziellen Polster ausruhen kann. „1,6 Millionen Euro planen wir für ein neues Redaktionssystem“, erzählte Chefredakteurin Ines Pohl. Die taz fahre ein dreiteiliges Abosystem und biete zudem ein kostenloses Knastabo. Mit dem Digitalabo habe die taz im vergangenen Monat 20.000 Euro eingenommen, 3.400 Leser zahlten hier. Weil sich die Zahl verdoppelt habe, könne die taz die Bezahlschranke vermeiden, sagte Pohl, die außerdem auf den vor vier Jahren eingerichteten Auslandsrecherchefonds verwies.

Auf eine äußerst aktive Community kann sich auch Sebastian Esser, Mitbegründer und Herausgeber der Krautreporter, verlassen. Zu den 15.500 bei der ersten Crowdfunding-Kampagne geworbenen Mitgliedern seien bislang weitere 3.000 hinzugekommen. Noch im Juni würden die Krautreporter die Karten offenlegen müssen: zum einen müssten sie den Mitgliedern neue Vorhaben ankündigen und fragen, wer sein Abo verlängert, berichtete Esser, der bei der einjährigen Projektarbeit „zehn Kilo zugenommen und graue Haare“ bekommen habe.

Einen entspannteren Eindruck vermittelte Stefanie Lohaus vom Missy Magazin, das gerade Geld unter anderem für den Relaunch der Website einsammelt. Bislang seien es 19.000 Euro, 35.000 war die eigene Zielvorgabe bis Ende Mai, sagte die Mitbegründerin und Chefredakteurin. „Wir brauchen mehr Leute“, argumentierte Lohaus. Bislang seien vier Redakteure für Print und Online zuständig. Das vier Mal im Jahr erscheinende, 2008 gegründete feministische Magazin finanziere sich zu zwei Dritteln aus dem Verkauf zu einem Drittel aus Anzeigen.

Könnten sich die Macher eine irgendwie geartete staatliche Unterstützung vorstellen? Die sei nur über eine verminderte Mehrwertsteuer möglich, zeigte sich die taz-Chefredakteurin überzeugt. Alles andere sei mit unabhängigem Journalismus nicht vereinbar. (gp)
 

Axel Spinger: Umsatz steigt um 12,7 Prozent im 1. Quartal 2015

 

Die Axel Springer SE blickt optimistisch in die Zukunft. Anlässlich der Präsentation der Geschäftzahlen des 1. Quartals 2015 betonten Vorstandsvorsitzender Dr. Mathias Döpfner und Finanzvorstand Dr. Julian Deutz,dass sie an ihrer Prognose für das Gesamtjahr festhalten: Für das EBITDA wird mit einem Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich gerechnet; für das bereinigte Ergebnis je Aktie wird ein Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahreswert erwartet.

Im ersten Quartal steigerte das Unternehmen den Konzernumsatz auf EUR 780,6 Mio. (Vj.: EUR 692,3 Mio.). Hierzu trugen zweistellige Wachstumsraten in den Segmenten Rubriken- und Vermarktungsangebote bei. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte erhöhten sich die Konzernerlöse um 2,5 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf EUR 119,8 Mio. zu (Vj.: EUR 118,4 Mio.). Hier kompensierte ein deutliches Ergebnisplus bei den Rubrikenangeboten geringere Erträge bei den Vermarktungs- und Bezahlangeboten. Der Konzernüberschuss lag mit EUR 43,0 Mio. unter dem Wert des Vorjahresquartals (Vj.: EUR 65,6 Mio.). Das höhere Vorjahresergebnis war vor allem auf Einmalerträge aus Anteilsverkäufen zurückzuführen. Zusätzlich wirkten sich im ersten Quartal 2015 im Finanzergebnis erfasste Währungseffekte aus, so dass sich der um Sondereffekte und Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen bereinigte Konzernüberschuss auf EUR 57,6 Mio. (Vj.: EUR 61,6 Mio.) verringerte.

Das Digitalgeschäft sowie die internationale Expansion trugen ebenso zum Wachstum bei. Die Pro-forma-Erlöse der digitalen Aktivitäten erhöhten sich auf EUR 469,7 Mio. (Vj.: EUR 422,5 Mio.). Die Auslandserlöse legten um 24,8 Prozent auf EUR 370,3 Mio. (Vj.: EUR 296,7 Mio.) zu. Damit erwirtschaftete Axel Springer 47,4 Prozent seines Umsatzes in den internationalen Märkten (Vj.: 42,9 Prozent).

Auf das Thema Digital News Initiative von Google angesprochenm, kann sich Döpfner zwar weitere Kooperationen mit dem Suchmaschinenriesen vorstellen, Geschenke werde man jedoch nicht annehmen. Auch die von EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, auf den Weg gebrachte und gestern angenommene Strategie für einen digitalen Binnenmarkt, begrüßte Döpfner. Das Thema habe einen der vorderen Plätze im Bewusstsein der EU-Kommission gefunden.

YouTube oder Facebook oder doch anderes


YouTube-Star LeFloid findet, dass Facebook nur noch so „ein Verteilungsding“ mit abnehmender Bedeutung ist, Twitter hingegen ein „großartiger Weg, um mit Menschen in Kontakt zu treten“. Auch Instagram sei „immer noch ein guter Weg, um sich zu vernetzen“, sagte Florian Mundt, der seit über fünf Jahren seinen eigenen Blog betreibt, auf der MediaConvention in Berlin

Ihn stört dabei nicht, dass Jens-Uwe Bornemann, Senior Vice President Digital Europe bei der FreemantleMediaGroup, immer noch „starkes Potenzial“ in Facebook“ ausmacht. Schon gar nicht, dass der Medienwissenschaftler Bertram Gugel glaubt, „die Macht von YouTube bröckelt“. Gugel sieht die Konkurrenz wachsen, Videos würden häufiger auf Facebook geteilt. Laut Ben McOwen Wilson, Director für Content Partnerships, EMEA bei YouTube, werden jede Minute 300 Stunden neuer Inhalt auf die Plattform hochgeladen. Für den Schutz von Urheberrechten gebe YouTube etwa 16 Millionen Dollar pro Jahr aus. Kaum ein Unternehmen habe ein derart ausgeklügeltes System zum Urheberschutz wie YouTube, meinte McOwen Wilson.

Martin Ott, Managing Director Northern, Central and Eastern Europe bei Facebook, gab an, auf Facebook gäbe es mittlerweile mehr als vier Milliarden Videos. Er sieht in Amazon einen wichtigen Partner, der helfe, Inhalte zu entdecken. Der vor einem Jahr gestarteten Dienst Amazon Instant Video habe 12.000 Blockbuster, Filmklassiker und TV-Filme im Angebot, erklärte Christoph Schneider, Geschäftsführer Amazon Instant Video Germany. Gerade beginne man, mit Amazon Studio Content eigenen Inhalt zu produzieren.
Bald soll Netflix noch einen weiteren Konkurrenten bekommen. Robert Bridge, Vizepräsident Internationales Editorial und Marketing bei Yahoo!, kündigte an, dass Yahoo! als Anbieter von selbstproduziertem Inhalt durchstarten und amerikanische Shows als Entertainmentplattform nach Europa bringen wolle.

 


 

Europäisches Google - zu spät oder überhaupt unnötig?

Alle klagen über die Marktmacht von Google. Gerade in Deutschland ist die Nutzung extrem hoch. Doch während Verleger und Verbände noch immer eine europäische Suchmaschine für möglich halten, sieht das die Politik offenbar anders. Für Brigitte Zypries, Ex-Justizministerin und jetzt parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, ist „der Zug abgefahren“ Auf der Media Convention in Berlin sagte die SPD-Politikerin: „Ich halte nichts davon, ein europäisches Google aufzubauen.“ Das habe auch etwas mit der Größe des Raums zu tun, sagte sie und erinnerte an StudiVZ und SchülerVZ, die aufgeben mussten. Christoph Keese, Executive Vice President beim Springer-Konzern diagnostizierte einen „erheblichen Digitalisierungsrückstand in Deutschland“. Auch er räumte ein, dass es bei sohlen Projekten ausschließlich um Attraktivität gehe. Beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) kann man sich immer noch eine europäische Suchmaschine vorstellen, die aber von unternehmerischer und nicht staatlicher Seite gestemmt werden müsse (mehr dazu in Ausgabe 17/18 von text intern).

Überraschend für das Publikum: die große Wertschätzung für den EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, Günther Oettinger. Man nehme ihn als „angenehmen und kompetenten Gesprächspartner“ ernst, so Keese. Auch Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, schätzt ihn und findet ihn „ganz prima“. Scholz ist auch Mitglieder der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz. (gp)
 

Reed Hastings: Spaß am Angriff


Ein gut aufgelegter Netflix-Chef Reed Hastings hat in Berlin die Massen am ersten Tag der Kongresse Media Convention und re:publica unterhalten. Er erzählte am Dienstag in Berlin seine Erfolgsgeschichte als die des amerikanischen Traums, bei dem er trotz Widrigkeiten nie aufgegeben hat. „Bei Netflix hatten wir Spaß daran, zuerst die Videokette Blockbuster anzugreifen und danach das Fernsehen als Ganzes“, sagte der 54-Jährige. Blockbuster war 2010 pleite gegangen, Netflix expandiert hingegen nicht mehr als DVD-Versand, sondern als Streamingdienst. Hastings erzählte, wie Netflix die Preiserhöhung 2011 fast nicht überlebt hätte. Allerdings gab er dem linearen Fernsehen noch ein wenig Hoffnung: nämlich 20 Jahre, in denen es aber ordentlich bergab gehe.
Seine Firma setze auf eigene Inhalte, weil er weltweit unterwegs sein wolle und sonst Rechteprobleme bei der Ausstrahlung bekomme. Bei Netflix sollten die weltbesten Geschichten mit der weltbesten Stimme erzählt werden, sagte Hastings. Derzeit produziere Netflix Serien in Mexico-Stadt, Marseille oder Bogotá. Dass die Netflix-Fans den Durchbruch des Dienstes, die Serie „House of Cards“ in Deutschland auf Sky sähen, sei ein Rechteproblem, erklärte er. Man suche derzeit nach deutschem Content für Augmented Reality, habe aber bisher noch nichts Passendes gefunden. Hastings will in allen Ländern der Welt mit Netflix präsent sein, bislang sind es 40. Das Ziel soll laut Handelsblatt Ende 2016 erreicht sein. (gp)

 

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