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Presserat

Presserat: Für Redaktionen gilt bei Facebook und Co. der Pressekodex
Verbreiten Redaktionen ihre publizistischen Produkte in sozialen Medien, dann unterliegen sie auch bei Facebook und Co. dem Pressekodex. Das hat der Deutsche Presserat jetzt klargestellt. Redaktionelle Veröffentlichungen auf Plattformen Dritter werden demnach von der bestehenden Beschwerdeordnung mit erfasst, heißt es bei dem Selbstkontrollgremium. Das Verbreiten und Verlinken sei gängige Praxis. Der Deutsche Presserat sieht darin nur einen weiteren Verbreitungsweg. Somit würden die ethischen Grundsätze auch dort für redaktionelle Inhalte gelten.

Keine Angst vor Netflix

Ein neuer Player, eine Ergänzung des Marktes, mehr Traffic auf der Plattform und mehr Netzbedarf – so sehen Vertreter von Netz- und Plattformbetreibern hierzulande den Einstieg von Netflix. Kommenden Dienstag soll es so weit sein. Annette Schumacher, Leiterin Regulierung bei Kabel Deutschland will dennoch stärker über Netzneutralität debattieren. Holger Meinzer, Leiter Business Unit TV von Media Broadcast, sieht vor allem die anderen Programmangebote wie horizon von Unitymedia Kabel BW bedroht. Dass sie nicht vor Angst zittern, erklärten die Netz- und Plattformbetreiber auch damit, dass Deutschland nicht umsonst erst das 40. Land ist, in dem Netflix startet.
Der von den Landesmedienanstalten zum zehnten Mal zur Internationalen Funkausstellung veröffentlichte Digitalisierungsbericht stellt fest, dass der Video-on-Demand-Markt hierzulande wächst. Der regelmäßige Nutzer sei durchschnittlich 36 Jahre, 59 Prozent der Nutzer Männer. 15 Prozent der Haushalte mit 19 Prozent der Bevölkerung verfügten über Connected-TV-Geräte. IPTV verliere an Schwung, stellt der von TNS Infratest erhobene Bericht weiter fest.
Bei der Digitalisierung selbst steht das Kabel heute da wie der Satellit 2008: bei 63 Prozent. Für eine Abschaltung des analogen Kabels müssten es etwa 80 Prozent sein, sagte Wolf Osthaus, Senior Vice President Regulatory bei Unitymedia Kabel BW. Meinzer sieht die digitale Terrestrik als zukunftsfähig an, immerhin nutzten diese sieben Millionen Haushalte in Deutschland. Allerdings, so appellierte Thomas Fuchs als Koordinator des Fachausschusses Netze, Technik und Konvergenz der Medienanstalten, der Wechsel von DVB-T zu DVB-T2 müsse schnell kommen. Den Frequenzbereich müsste die Ministerpräsidentenkonferenz im Herbst zuweisen, damit er dann von den Landesmedienanstalten ausgeschrieben werden könne. Noch gebe es hier Differenzen mit der Breitbandinitiative von Verkehrsminister Alexander Dobrindt. (gp)
 

Magine TV lässt die Bezahlschranke runter


Viereinhalb Monate nach dem Start in Deutschland hat die App Magine TV erwartungsgemäß die grenzenlos kostenlose Einführungsphase beendet. Am Donnerstagabend stellte Gründer und Magine-TV-Chef Mattias Hjelmstedt in Berlin vier Optionen vor. Frei zugänglich bleiben die öffentlich-rechtlichen Sender. Die Option Master beinhaltet RTL, SAT.1, ProSieben, Sport1, KabelEins,Dmax, BBC World oder Bloomberg teilweise in HD für einen monatlichen Preis von 6,99 Euro. Für 16,99 Euro sind im Paket Magic über zehn der wichtigsten deutschsprachigen Pay-TV-Sender zu bekommen. Die gesamte Welt von Magine TV mit über 90 Sendern, darunter 25 Pay-TV-Kanälen, kann der Nutzer für monatlich 23,99 Euro bei der Option Max haben.
Magine TV hat gleichzeitig sein Angebot ausgeweitet und Sender sowie Inhalte der weltweit führenden TV-Studios wie Universal Networks, Sony, Viacom und Turner ins Programm integriert. Letztlich bietet die App Zugriff auf 20.000 Stunden Fernsehinhalte pro Woche, so Hjelmstedt. Außerdem hat Magine TV die Benutzeroberfläche für alle Plattformen erneuert, wodurch der User komfortabler navigieren und gewünschte Inhalte auffinden soll.
Hjelmstedt erklärte, die Optionen gelten ab sofort. Sein Ziel sei es, Fernsehen noch persönlicher zu machen und Empfehlungen zu integrieren. (gp)

SID testet automatische Terminankündigungen
 

Noch wird Roboterjournalismus kontrovers diskutiert, gleichzeitig wird immer mehr ausprobiert. Jetzt vermeldet die Sportnachrichtenagentur SID, eine Tochter der Agentur AFP, dass sie in einem Pilotprojekt Grenzen und Möglichkeiten der automatischen Terminankündigungen testet. Technologiepartner ist die Stuttgarter Kommunikationsagentur aexea. „Die daten-basierte automatische Texterstellung ist in der Medienbranche in den USA im Sport- und Finanzbereich schon Realität. Nur wenn wir konkret damit experimentieren, werden wir ihr wahres Potenzial einschätzen können“, sagt SID-Geschäftsführer und Chefredakteur Yacine Le Forestier.

Esser: Kein neuer stern

Seien Sie prophylaktisch enttäuscht“, rät Krautreporter-Geschäftsführer Sebastian Esser den künftigen Usern. Beim MainzerMedienDisput am Dienstagabend in Berlin stellte Esser klar, dass das im Oktober startende Cowd-finanzierte Journalisten-Projekt  weder den Journalismus neu erfinden könne noch ein neuer stern sein wolle. Letzter sei für 80 Millionen gemacht, die Krautreporter wollten eine Nische bedienen. „Ich fürchte, die Zeit ist vorbei, wo man sich an eine große Masse wendet“, sagte Esser. Er habe Angst davor, dass das Projekt überfrachtet werde.

KircherBurkhardt-Geschäftsführer Lukas Kircher bescheinigte, der „Hunger nach gutem Journalismus ist größer denn je“. Bernd Ziesemer, früher Chefredakteur des Handelsblatts, konstatierte, dass es noch nie so viele Ex-Chefredakteure gegeben habe wie jetzt. Vielleicht sollten die einen Veteranenverband gründen. Für Kircher ist  die Krise in allererster Linie eine unternehmerische. Chefredakteure würden in immer kürzerer Zeit bewertet, bescheinigte dpa-Chefredakteur Sven Gösmann. Es gebe keine Geduld und Zeit für eine gründliche Analyse mehr. (gp)

BITKOM: Wearables als next big thing

“Die Wearables könnten neben den Tablets the next big thing werden.“ Der Markt für die am Körper getragenen Produkte wie Uhren oder Brillen nehme allmählich Fahrt auf, sagte Christian Illek, Präsidiumsmitglied des Branchenverbandes BITKOM am Montag. Umsatz- und Absatzzahlen zu den Wearables lägen allerdings noch nicht vor. Vier Tage vor der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sagte Illek, mit 10,58 Milliarden Euro prognostiziertem Umsatz habe sich der Markt der klassischen Unterhaltungselektronik „beruhigt“. Er ginge damit lediglich um 1,5 Prozent zurück. Dabei machten Flachbildfernseher mit 43 Prozent den größten Umsatzanteil aus, so Illek. 2013 waren das 44 Prozent. Es wurden aber mehr Geräte verkauft – der Fußball-Weltmeisterschaft sei Dank. Treiber der Vernetzung seien Smartphone und Tablets. Dabei brechen Smartphones ständig neue Verkaufsrekorde, sagte Illek. Der Umsatz 2014 werde knapp neun Mrd. Euro betragen, nach acht Mrd. im Vorjahr. Auch die Zahl der verkauften Geräte werde steigen: nach gut 22 Millionen Geräten 2013 werden für dieses Jahr 24 Mio. prognostiziert. Ähnliches gilt für Tablets. Der Unterschied: während bei Smartphones etwa 50 Prozent der Geräte als Ersatz gekauft würden und die andere Hälfte an Neukunden ginge, seien es bei den Tablets 90 Prozent Neukunden. Die Marktdurchdringung liegt laut BITKOM bei den Smartphones bei 58 Prozent, bei Tablets bei 34 Prozent. (gp)

RTL stellt neue Programme für 2014/2015 vor

“Wir wollen auch in der kommenden Saison Themen umsetzen, die Menschen wirklich bewegen. Wir wollen begleiten, begeistern und berühren und werden dabei auch um eher schwere Themen keinen Bogen machen“, kündigte RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann bei der Vorstellung des Programms der kommenden TV-Saison an. So startete erst in dieser Woche die neue Reportage-Reihe „Undercover Deutschland“ und es werden neue Ausgaben von „Team Wallraff“ mit seinem jungen Reporter-Team sowie dem „Jenke-Experiment“ gezeigt. Auch in Genres wie der Comedy oder der Fiktion sollen zunehmend Themen besetzt werden, die einen direkten aktuellen oder historischen Bezug haben. Die meisten Veränderungen wird es jedoch im Tagesprogramm geben, wo die Reality-Formate offenbar ausgedient haben. (kv) 

Übernahme von Friendscout24

Die Online-Dating-Portale Friendscout24 und Neu.de sollen vereint werden: Die US-Dating-Firma Match.com hat mit der Scout24-Gruppe einen Vertrag zur Übernahme von Friendscout24 geschlossen. Bereits Anfang Juli kündigte die Scout24-Gruppe an, sich auf ihre Kernbereiche Immobilien und Autos konzentrieren zu wollen und deshalb unter anderem die Partnervermittlung FriendScout24 loswerden zu wollen. Allerdings müssen die Kartellbehörden die Übernahme noch genehmigen. (kv)

Schauspieler Dietmar Schönherr ist tot

Der Schauspieler und Moderator Dietmar Schönherr verstarb 88-jährig auf Ibiza, wo er zuletzt lebte. Schönherr feierte seinen Durchbruch im Jahr 1955 mit dem Film "Rosenmontag". Durch seine Rolle als Commander McLane in der Science-Fiction-Serie "Raumpatrouille – die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" erlangte er weitere Bekanntheit. Schönherr arbeite zusätzlich als Moderator, zum Beispiel für die Show "Wünsch Dir was", die er gemeinam mit seiner Frau Vivi Bach moderierte sowie für die Talkshow "Je später der Abend". Für seine Leistungen in Film und Fernsehen wurde Dietmar Schönherr 2005 mit dem Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet. (kv)

Quartalsbilanz: Google steigert Umsatz und Gewinn

Suchmaschinenanbieter Google hat im zweiten Quartal 2014 einen Bruttoumsatz von 15,96 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stiegen die Einnahmen damit um 22 Prozent. Seinen Gewinn erhöhte der Suchmaschinenbetreiber um 6 Prozent auf 3,42 Milliarden Dollar. Den Großteil davon verdankt Google einem Werbeplus bei gesponserten Klicks auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine, mit grafischen Werbeanzeigen auf Websites sowie Spots auf dem zugehörigen Videoportal YouTube. "Google hatte ein großartiges Quartal", erklärte Finanzchef Patrick Pichette am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Er zeigt sich auch für die Zukunft optimistisch wegen des "tollen Laufs bei den Produkten". Dank des Smartphone- und Tablet-Betriebssystems Android ist Google eine Macht auch bei mobilen Services und Geräten. Außerdem wurde ein Wechseln in der Führungsriege bekanntgegeben: Chief Business Officer Nikesh Arora wird das Unternehmen verlassen. (kv)

 

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