
Die neueste Print-Ausgabe wird jeden Mittwoch unseren Abonnenten zugestellt.
text intern liefert die wichtigsten Personal-News der Woche, zeigt die besten Fotos von Events und nennt die Geburtstage von Ihren Geschäftspartnern.
VPRT-Präsident Doetz: Wir liegen noch nicht gemeinsam im Bett
„Wir liegen weder in den Schützengräben von Verdun, aber auch nicht gemeinsam im Bett.“ So beschrieb Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), am Mittwoch in Berlin das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in Anspielung auf die Äußerungen von ZDF-Intendant Markus Schächter. Mit Sorge betrachtet der Verband eine „starke politische Tendenz, geistiges Eigentum in Frage zu stellen“. Doetz erinnerte an die Worte von EU-Kommissarin Neelie Kroes, wonach Copyright bei vielen ein Hasswort sei. Er beklagte, dass die Politik dem „Hype des Netzes folgt“. Aus Sicht von Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hängt das Urheberrecht „grundsätzlich an der Vorratsdatenspeicherung“.
VPRT-Vize Tobias Schmid, Executive Vice President Governmental Affairs bei RTL, mahnte nach der Mitgliederversammlung ein eigenes Aufsichtsgremium für ZDFNeo an. Hier beobachteten die Privaten mit Sorge, dass man sich beim ZDF aus den Gremien verabschiede und das „Prinzip ausgekontert wird“. Er forderte zudem eine neue Medienordnung, die vor dem Hintergrund zunehmender hybrider Geräte Telekommunikations- und Rundfunkrecht, Bund- und Länderrecht zusammenführt.
Außerdem gründete der VPRT eine Tochtergesellschaft für das Gattungsmarketing im Fernsehbereich. Sie sei keine Fernsehzentrale analog der Radiozentrale, in der private und öffentlich-rechtliche Sender gemeinsam nach neuen Wegen für das Gattungsmarketing suchen, sagte Schmid. Neben den VPRT-Mitgliedern seien die Vermarkter der privaten Sender an Bord der künftigen GmbH. Der Wirkungstag soll als jährliches Event Teil dieser Initiative werden.
(Grace Pönitz)
