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Neue beste Freunde

ARD einigt sich mit TV-Produzenten

Zwei Jahre dauerten die Verhandlungen, jetzt spricht die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille von einer „strategischen Weichenstellung in Richtung Vielfalt im deutschen Produzentenmarkt“. Die ARD verpflichtet sich zu neuen Eckpunkten für die von ihr beauftragten Fernsehproduktionen in den Genres Fiction, Dokumentation und Unterhaltung. Das Paket hat inklusive der Urheber- und Mitwirkendenvertretung einen Umfang von 200 Millionen Euro in der Laufzeit von 2016 bis 2020. Die Mehrkosten wurden bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) für die kommende Gebührenperiode ab 2017 angemeldet. Die Protagonisten sind „guten Mutes“, dass die KEF ihrer Argumentation folgt. Die Mehraufwendungen seien „nicht Teil der rundfunkspezifischen Teuerungen“, erläuterte Christoph Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Produzentenallianz, am Donnerstag in Berlin. Er schielt dabei offenbar auf die aus den Mehreinnahmen gebildeten Rücklagen von rund 1,5 Milliarden Euro.

Neben den bereits früher geregelten vollfinanzierten TV-Auftragsproduktionen, an denen die ARD mit vollständigem Rechteübertrag festhält, sind nun auch erstmals teilfinanzierte Auftragsproduktionen einbezogen. Künftig sollen besondere programmliche Leistungen noch einmal gesondert prämiert werden. Neue Eckpunkte wie Kalkulationsrealismus, Rechteteilung und Mitfinanzierung, Leistungsmodell und Pitchregeln sollen für ausgewogene Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Rechteverwertung sorgen. Auch wenn die Produzenten gern noch mehr erreicht hätten, wie Alexander Thies, Vorsitzender Produzentenallianz, sagte. Größter Block sei der Kalkulationsrealismus, so Palmer, der insbesondere den „aufwändigen Dokumentationen“ mit zehn Prozent Zuschlag die umfangreichsten Verbesserungen bringe.

2014 hatte die ARD 707 Millionen Euro in den deutschen Produzentenmarkt gegeben, so Wille. Die bisherige Selbstverpflichtungserklärung der ARD war ausgelaufen. Palmer nannte die neue die „umfangreichste Verbesserung in der Geschichte“ des Produzentenmarktes. ARD und Degeto hoffen, dass mit dem neuen System, in dem nicht mehr nur zu 100 Prozent finanziert werde, auch der Markt belebt und damit die Innovationskraft angeregt werde, was sich letztlich in der Qualität der Programme niederschlage. Ein ähnliches Papier streben die Produzenten auch mit dem ZDF an, wo die alten Eckpunkte zum Jahresende ausgelaufen waren. Noch gebe es aber keine Verhandlungen. Thies beklagte, dass sich bei den Privaten nichts bewege. (gp)

GEOlino: 20. Jubiläum mit Ausbau und Relaunch

 

GEOlino feiert in diesem Jahr 20. Geburtstag. Die erste Ausgabe des Magazins für Kinder von 8 bis 14 Jahren erschien 1996 als Experiment: Kann man mit hochwertigem Journalismus Kindern nachhaltig Wissen vermitteln? GEOlino hat mittlerweile ein ganzes Segment begründet. Die Markenfamilie wird in diesem Jahr mit drei neuen Printformaten ausgebaut. Am 2. März bringt GEOmini, das Erstlesermagazin von GEO, seine erste Line Extension in den Handel – für Leser ab 5 Jahren. Die viermal jährlich erscheinende Magazinreihe GEOmini Entdeckerheft widmet sich altersgerecht mit kurzen, verständlichen Texten und großzügiger Optik jeweils einem Thema aus den Bereichen Natur, Technik, Geschichte und Tierwelt. Der Copy-Preis beträgt 4,95 Euro. In der ersten Ausgabe dreht sich auf 60 Seiten alles um die Feuerwehr, von der Geschichte der Brandbekämpfung bis zu Tipps für den Themengeburtstag. Fachlich beraten wurde das Redaktionsteam dabei von den Mitarbeitern des Feuerwehr-Informationszentrums in Hamburg. Weitere Themen für 2016 sind „Pferde und Ponys“, „Ritter und Burgen“ und „Arktis und Antarktis“. Die Druckauflage liegt bei 70.000 Exemplaren. Im Jubiläumsjahr arbeitet das Redaktionsteam von GEOlino an zwei weiteren neuen Printformaten, die in der zweiten Jahreshälfte erscheinen sollen.

Im Heft feiert GEOlino seinen 20. Geburtstag von April bis Juli. So enthält jede der vier Ausgaben neben einem mehrteiligen Preisrätsel ein Riesenposter, das am Ende eine große Weltkarte ergibt. Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildet die Geburtstagsausgabe im Juli: Dann wird GEOlino komplett überarbeitet und im neuen Look erscheinen.

Alexander Schwerin, ist Publisher WISSEN bei Gruner + Jahr. Er sagt: „Mit über 50
Medienprodukten pro Jahr sind wir stark im wettbewerbsintensiven Kindermarkt
unterwegs. Nun wollen wir unsere Markenwelt noch weiter ausbauen.“ Zum Kinderportfolio von GEO gehören sechs Printmarken mit 38 Ausgaben pro Jahr, die Website geolino.de, der
Facebook-Channel, ein Newsletter, acht Apps und vier eBooks. Chefredakteur der GEO-Kindertitel ist Martin Verg. (sgo) 

Bertelsmann übernimmt Corporate-Kommunikation für Arvato

 

Die Bertelsmann-Unternehmenskommunikation hat zum 1. Januar 2016 die Corporate-Kommunikation für die Dienstleistungstochter Arvato übernommen. Die Integration der Arvato-Kommunikationsaufgaben in die Bertelsmann-Abteilung im Gütersloher Corporate Center des internationalen Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzerns wurde abgeschlossen. Leiterin der personell erweiterten Abteilung bleibt Karin Schlautmann, gleichzeitig Mitglied im Group Management Committee (GMC) von Bertelsmann. Für die neuen Tätigkeiten werde Bertelsmann eng mit der Arvato-Geschäftsleitung um CEO Fernando Carro und CFO Rolf Hellermann, den Kollegen im Bertelsmann-GMC sowie den Leitern der einzelnen Solution Groups zusammenarbeiten.


Die Umstrukturierung der Kommunikationsaufgaben ist Bestandteil der im Juli 2015 vom Bertelsmann-Vorstand beschlossenen Neuordnung von Arvato. Die einzelnen Geschäftseinheiten bekamen mehr unternehmerische Eigenständigkeit. Sämtliche Corporate-Tätigkeiten von Arvato wurden auf die Bertelsmann-Zentralfunktionen übertragen. Die einzelnen Arvato-Geschäftseinheiten wie CRM, Digital Marketing, Financial Solutions oder IT Solutions behalten eigene Ansprechpartner für die Bereiche Kommunikation und Marketing. (sgo)

Brigitte Gruppe 2016 - „Wahnsinnig viele neue Ideen“

Für Gruner + Jahr war 2015 das Jahr der Neuerscheinungen. Gut angelaufen, sollen sie 2016 fortgeführt werden: Barbara, Brigitte Wir für Frauen in der dritten Lebenshälfte, Brigitte Biografie oder stern Crime sind nur einige Beispiele. Gruner + Jahr-Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer sagt: „Wir haben wahnsinnig viele neue Ideen und wollen viel ausprobieren.“ Vor allem die Dachmarke Brigitte mit ihrem Claim 'Brigitte bewegt Frauen' biete sich für Neuerscheinungen an. Chefredakteurin Brigitte Huber sagt: „Brigitte steht seit 62 Jahren für Glaubwürdigkeit und Veränderung.“ Das gelte für sämtliche Spin-Offs: Brigitte Woman für die Frau ab 40, Brigitte Mom, das Fitnessheft Brigitte Balance, Brigitte Young Miss und Brigitte Wir für Frauen ab 55. Nachdem bei Gruner + Jahr kürzlich 400 Mitarbeiter gehen mussten, darunter auch Brigitte-Redakteure, sind laut Huber keine weiteren Entlassungen geplant: „Wir arbeiten effektiv.“

Online unterstützt Print

Digital Business Director Thomas Wittlinger sagt: „Wir werden 2016 technisch, optisch und funktional unsere Website relaunchen und unter Brigitte.de ab der zweiten Jahreshälfte ein neues Erlebnis bieten.“ Der Online-Auftritt greife die Themen der Brigitte Redaktionen auf und spiele sie im 360 Grad-Modus online, mobil und in Social Media aus. 20 Online- und 70 Print-Redakteurinnen sind im Einsatz. „Der gemeinsame Markenauftritt von Print und Online ist sehr wichtig“, meint Wittlinger. „Die Themen werden für alle Kanäle dabei individuell aufbereitet.“ 2015 habe Brigitte.de rund 20 Millionen Visits gezählt und damit die Konkurrenz aus dem Frauenmagazin-Segment abgehängt. Die Gesamtreichweite aller Brigitte-Medien betrage 10,25 Millionen Frauen. Obgleich der Anzeigenmarkt unter Druck sei, spiele Brigitte als einzige Frauenzeitschrift in der oberen Liga mit und habe 2015 rund 82.307 Millionen Euro an Werbeerlösen generiert – nach stern, Spiegel, Fokus und BamS. Die Online-Buchungen seien 2015 rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Weiter sei ein Trend zu Mobile zu verzeichnen. Bei den Anzeigenbuchungen lägen individuelle crossmediale Lösungen im Trend, Gruner + Jahr entwickele jedes Jahr neue Angebotsformate.

Erfolgreicher Markenkern

Umsatzkurve und Auflage sind wie in fast allen großen Verlagen rückläufig. Doch gerade Neuerscheinungen gleichen das Geschäft aus. Frank Stahmer zeigt sich experimentierfreudig: „Wir setzen neue Ideen gern um, nicht nur bei Brigitte, aber rund um diese Marke sind Neuerscheinungen besonders erfolgreich. 91 Prozent der deutschen Frauen ab 14 kennen die Marke Brigitte.“ Die Spezialhefte von Brigitte rechneten sich 2015 jedenfalls: Spezialhefte in einer Gesamtauflage von 80.000 Exemplaren wurden lanciert, von Yoga über Reisen bis hin zu Gesundheitsthemen. Besonders erfolgreich: Das Sonderheft zum Thema „Wechseljahre“. „Das führen wir fort“, betont Publisher Iliane Weiß. Ebenfalls erfolgreich sei Brigitte Kreativ. 2015 zweimal erschienen, wird es 2016 viermal zum Verkauf stehen, da die frisch und modern aufgemachten Selbermachthemen wie Stricken und Schneidern gut ankommen. „Hier können wir auch zu jeder Kreatividee Pakete mit anbieten, etwa Wolle für den Pullover oder Stoff fürs Nähen, und so neue Geschäftsmodelle mit Lizenzpartnern verfolgen.“

Neues in 2016

Hier die Neuheiten für 2016 im Überblick:
- Julia Karnick ist seit dem 1. Januar 2016 stellvertretende Redaktionsleiterin bei Brigitte Woman neben Redaktionsleiterin Christine Hohwieler.
- Ab Februar wird Kerstin Peters als Art Direktorin bei Brigitte einsteigen.
- Erstes Quartal: Das neue wöchentliche Frauenmagazin erscheint, derzeitiger Arbeitstitel `Köln`.
- Ab März wird die Beauty Box statt viermal nun sechsmal erscheinen, sie enthält Beautyprodukte für Abonnenten im Wert von 100,- Euro zum Preis für 39,- Euro pro Box.
- Im Mai wird die Veranstaltungsplattform Brigitte Live im dritten Jahr Frauen auf großer Bühne interviewen. Schwerpunkt ist Literatur, inspiriert von der Frankfurter Buchmesse 2015.
- Im Mai/Juni feiert Brigitte Woman 15-jähriges Jubiläum und wird in Heft sechs gebührend feiern.
- Im Juni wird Brigitte Backstage wieder einen Tag der offenen Tür anbieten, der 2014 großen Anklang fand, und bei dem rund 1.200 Besucherinnen Einblick in die Redaktionen nehmen dürfen.
- Ab August werden neue Entwicklungsprojekte vorgestellt.
- Ab Mitte des Jahres wird Brigitte.de relauncht, mit einem neuen Redaktionssystem, neuen Workflows und einer neuen Optik für die User.
- Brigitte Mom wird im August fünf Jahre alt.
- Im September thematisiert das Brigitte Symposium diesmal die Themen 'Frauen und Job'. Rund 300 Frauen werden dazu in Berlin erwartet.
- Im September/Oktober wird es eine Brigitte Studie geben, das Thema (Familie, Job) steht noch aus.
- Auch 2016 wird Brigitte wieder im Oktober und November an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen.
- Im Dezember  wird Brigitte wieder die Aktion „Ein Schal fürs Leben“, eine Spendenaktion in Kooperation mit der Organisation 'Save the children', bei der Wollpakete für Schals erworben werden. 2015 ging der Erlös an syrische Flüchtlingskinder. (sgo)

Die MOPO erfindet sich neu

 

Die Hamburger Morgenpost MOPO erfindet sich neu. 2015 gingen neue Magazine wie Stadtflair an den Start, die Homepage wurde neu gestaltet und ein neues Dachmarkenlogo dient nun als Markenklammer für alle Aktivitäten, sagt Dumont Media-Geschäftsführerin Michaela Schirrmann. Die MOPO-Printausgabe erhielt ein neues Layout und soll laut Chefredakteur Frank Niggemeier künftig noch magaziniger werden. Außerdem wurde laut Susan Molzow, Geschäftsführerin der Hamburger Morgenpost, die eigene Vermarktungsgesellschaft Hamburg First gegründet, die künftig alle "Mopo"-Medien regional vermarktet: Tages- und Sonntagszeitung, die Magazinableger und alle Digitalangebote inklusive Website, Mobile und Apps. Auch andere Hamburger Medien werden vermarktet, vier externe Mandanten gibt es bereits, darunter die Websites des Stadtmagazins "Szene Hamburg" und lokale Radiosender wie Alsterradio. Die nationale MOPO-Vermarktung läuft weiterhin über M. DuMont Schauberg mit Medienhaus Deutschland (Print) und Ströer (Digital).

Redaktionen werden konvergent

2016 wird die „digitale Transformation“ in Angriff genommen, betont Susan Molzow: „Die gesamte Redaktion wird konvergent!“ Sprich, die Trennung zwischen Print und Online wird aufgehoben, um die Leser mit ihrer veränderten Mediennutzung abzuholen. Besonders die mobile Nutzung entwickele sich rasant, und der Traffic auf MOPO.de steige. 10,6 Millionen Visits pro Monat zählt die MOPO laut Leiter Digital Henning Langer. Zwar habe auch die MOPO mit sinkenden Printauflagen zu kämpfen, aber die Reichweite der Medienmarke insgesamt sei auf derzeit 276.000 Leser täglich gestiegen. „Es wird keine Print- und Online-Redaktion mehr geben, sondern nur noch eine rund 60-köpfige Multimedia-Redaktion“, sagt Molzow. Zwei Social Media-Redakteure sollen sich in Vollzeit um die Diskussionen in der Community kümmern und echte Dialoge anregen, um Reichweite und Leserbindung zu pushen. Für die Multimedia-Redaktion werden neue Redaktionssysteme eingeführt, um den Workflow effizienter zu machen.

(Bezahl)Inhalte ausbauen

Auch das Bezahlmodell soll ausgebaut werden. Seit November 2014 nutzt die MOPO das System LaterPay, bei dem Nutzer erst zahlen, wenn sie Artikel im Wert von fünf Euro gelesen haben. Ein Artikel kostet 10 bis 20 Cent, rund 200.000 Beiträge haben Leser seit Einführung des Angebots erworben. Das System LaterPay senke die Hemmschwelle für Bezahlangebote, betont MOPO Leiter Digital Henning Langer, und Chefredakteur Frank Niggemeier fügt hinzu: „Der Umsatz ist noch überschaubar, aber wir wollten ein Signal für das Ende der Gratiskultur geben.“ 2016 sollen mindestens zehn Artikel täglich in den Bezahlmodus gebracht werden, derzeit sind es rund vier. Dafür sollen die Beiträge in Print wie Online noch stärker auf regionalen Nutzwert abstellen, Orientierung und Hintergründe in den Bereichen Lokales, Sport und Politik bieten. Inhalte liefert auch das 2015 gestartete Magazin Stadtflair, das mit eigenem Auftritt online gehen wird, und das Magazin Best of Hamburg, das in den MOPO-Auftritt integriert wird. Ein anderer Inhaltebringer bleibt nach wie der wichtige Eventbereich. Die MOPO führt regelmäßig Events aus Sport und Kultur durch. (sgo)

„Optimistischer Skeptizismus“

„Mehr als optimistischen Skeptizismus erlaubt der Ausblick auf 2016 nicht“, befindet Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa und Medienpolitik beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). In text intern konstatiert er: „Die Große Koalition in Berlin wird im kommenden Jahr ihre Versprechen in Sachen Suchmaschinenneutralität, reduzierter Mehrwertsteuer für Digitalprodukte oder erleichterter Kooperationen kaum in die Tat umsetzen. Hingegen wird Bundesjustizminister Maas Änderungen des Urhebervertragsrechts zulasten der privaten Presse vorantreiben. Die dabei vorgeschlagenen gesetzgeberischen Eingriffe zur hoheitlichen Erzwingung von Entgelten, die sich in Tarif- und Vergütungsverhandlungen nicht abbilden lassen, werden letztlich der freien Presse und dem Journalismus in Deutschland schaden. Und Bundeswirtschaftsminister Gabriel, federführend für die deutsche Position zu einigen neuen EU-Werbebeschränkungen, wird in Brüssel im Zweifel nicht mit dem nötigen Nachdruck auftreten. Zu Recht fragt man sich da, was zu alldem die CDU/CSU-Ministerien sagen. Das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium jedenfalls will ohne Anlass oder gar Grund Vorschriften zum Schutz der Presse im Tabakwerbeverbotsrecht streichen.“

Im Folgenden listet Fiedler die einzelnen Punkte auf und beschreibt Stand und Aussicht aus Sicht des VDZ.

Neues EU-Datenschutzrecht

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung wird darüber entscheiden, inwieweit adressierte Leserwerbung, interessenbasierte Online-Werbung, E-Commerce-Anwendungen sowie Frei- und Wechselversand der Fachpresse zulässig bleiben. 2015 war das Jahr der Verhandlungen zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und Mitgliedstaaten. Wieder ging es aus Verlegersicht in erster Linie um die vielfach, aber nicht in jeder Frage erfolgreiche Abwehr erweiterter Übertreibungen des Datenschutzes, die im medialen Sprachgebrauch als Ausverkauf des Datenschutzes an die Industrie gilt. Sicher ist, dass das neue Recht vielfach die Balance zulasten der Datenverarbeitung verschieben und bis zur Klärung durch die Gerichte erhebliche Rechtsunsicherheit schaffen wird. Darüber hinaus werden neue Informations- und Begründungslasten die Unternehmen belasten. Gewinner des Spiels dürften letztlich die Log-in-Plattformgiganten sein, die Millionen Einwilligungen erhalten und so anders als beispielsweise viele Verleger zusätzliche Schranken für die Datenverarbeitung kaum spüren werden. So wird die nicht vor Ende 2017 in Kraft tretende Verordnung wahrscheinlich die Ungleichheit zwischen datenarmen Verlegern und datenreichen Plattformen weiter verschärfen.

Effektiver Urheberrechtsschutz

Ein effektiver Urheberrechtsschutz ist für die Presse als marktwirtschaftliches, staatsunabhängig finanziertes journalistisches Produkt unverzichtbar. Dennoch sind allein die Presseverleger – anders als Rundfunk, Musik- und Filmproduzenten – nicht als Rechteinhaber im einschlägigen EU-Urheberrecht genannt. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht misslich. Zum einen werden im Internet Presseprodukte und Ausschnitte von Presseprodukten millionenfach von Dritten verwertet, ohne dass den Verlegern ein ausreichender oder auch nur überhaupt ein Schutz im EU-Urheberrecht zusteht. Zum anderen hat der EuGH mit der »Reprobel-Entscheidung« verdeutlicht, dass Werkmittler, die nicht in den einschlägigen Rechtekatalogen des EU-Urheberrechts geführt werden, im digitalen EU-Urheberrecht schlicht rechtlos sind. Es ist also höchste Zeit, dass auch die Presseverleger in die einschlägigen Rechtekataloge aufgenommen werden. Wenn EU-Kommission, Mitgliedstaaten und EU-Parlament dazu nicht in der Lage sein sollten, würden sie minimale Anforderungen an die Rahmenbedingungen freier und staatsunabhängig finanzierter Presse in Europa verfehlen.

Werbebeschränkungen

In Zeiten insgesamt eher rückläufiger oder doch stagnierender Werbeeinnahmen ist die Freiheit von weiteren regulatorischen Werbebeschränkungen umso wichtiger. Dennoch legt die EU-Kommission Pläne für neue Zwangsinformationen in der Werbung für energieverbrauchsrelevante Produkte vor, und dennoch stellt sich die Bundesregierung nur zögernd und halbherzig gegen das Vorhaben.

Missbrauchsverfahren gegen Google

Die Generaldirektion Wettbewerb unter EUKommissarin Vestager betreibt das Missbrauchsverfahren gegen den Suchmaschinenmonopolisten Google weiter. Eine Entscheidung über eine Untersagung der Selbstbegünstigung des Monopolisten als Missbrauch ist noch nicht gefallen. Sie ist jedoch unverzichtbar, um wenigstens ein Mindestmaß an Fairness trotz eines an sich schon problematischen Monopols zu sichern. Nötigenfalls muss der Gesetzgeber ein Diskriminierungsverbot erlassen.

Reduzierter Mehrwertsteuer für digitale Presseprodukte

Der Ankündigung von EU-Präsident Juncker, den Mitgliedstaaten einen Vorschlag zur Anwendung reduzierter Mehrwertsteuersätze auf die digitale Presse vorzulegen, ist bislang keine erkennbare Tat gefolgt. Tatsächlich entscheidend ist aber auch, dass die Bundesregierung in Gestalt des Bundesfinanzministers und der Bundeskanzlerin bei anderen Regierungen für diese Position wirbt. Denn alle EU-Finanzminister müssen der nötigen Rechtsänderung zustimmen. Wie überzeugend wird Bundesfinanzminister Schäuble da auftreten? In Berlin beanstandet er es allein bei den Büchern jedenfalls für die Vergangenheit nicht, wenn Kombiverkäufe von Buch und E-Book einheitlich mit sieben Prozent besteuert wurden. Demgegenüber verlangt er ohne jede Not, gegen das Votum des Bundeswirtschaftsministeriums und letztlich in willkürlicher Entscheidung, von Zeitschriften- und Zeitungsverlegern die Nachversteuerung fiktiver Umsatzanteile von E-Paper- Zugaben zu 19 Prozent.

Erleichterung im Kartellrecht bei Kooperationen

Positive Anzeichen gibt es in der Frage der Erleichterung verlagswirtschaftlicher Kooperationen von Presseverlagen im Kartellrecht. Das Bundeswirtschaftsministerium will wohl mit der 9. GWB-Novelle auch Vorschläge zugunsten der Presseverleger vorlegen. Ob diese allerdings hinreichend robust und praxistauglich sein werden, steht noch in den Sternen.“

Bertelsmann übernimmt Corporate-Kommunikation für Arvato

 

Die Bertelsmann-Unternehmenskommunikation übernimmt zum 1. Januar 2016 die Corporate-Kommunikation für die Dienstleistungstochter Arvato. Die Integration der Arvato-Kommunikationsaufgaben in die Bertelsmann-Abteilung im Gütersloher Corporate Center des internationalen Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzerns wurde erfolgreich abgeschlossen.

Leiterin der personell erweiterten Abteilung bleibt Karin Schlautmann, gleichzeitig Mitglied im Group Management Committee (GMC) von Bertelsmann. Für die neuen Tätigkeiten werde Bertelsmann eng mit der Arvato-Geschäftsleitung um CEO Fernando Carro und CFO Rolf Hellermann, den Kollegen im Bertelsmann-GMC sowie den Leitern der einzelnen Solution Groups zusammenarbeiten.


Die Umstrukturierung der Kommunikationsaufgaben ist Bestandteil der im Juli dieses Jahres
vom Bertelsmann-Vorstand beschlossenen Neuordnung von Arvato. Im Zuge dieser
Weiterentwicklung der Dienstleistungstochter bekamen die einzelnen Geschäftseinheiten
mehr unternehmerische Eigenständigkeit, sämtliche Corporate-Tätigkeiten von Arvato
wurden auf die Bertelsmann-Zentralfunktionen übertragen. Die einzelnen Geschäftseinheiten (wie CRM, Digital Marketing, Financial Solutions, IT Solutions...) der Dienstleistungstochter unterhalten weiterhin eigene Ansprechpartner für die Bereiche Kommunikation und Marketing. 

Springer: Upday mit neuen Ländern und Bezahlmodus 

 

Neuigkeiten vom Medienkonzern Axel Springer und Kooperationspartner Samsung zum Content-Portal Upday: Die im September vorgestellte Beta-Version wird im kommenden Frühjahr vollwertig an den Start gehen. 250 Partner habe upday in Deutschland und Polen, wo das Projekt läuft. Die Macher arbeiten an dem Premiumangebot, das hinter einer Bezahlschranke verschwinden wird, sagt CPO (Chief Product Officer) Jan-Eric Peters.


Er stellte klar, dass Upday direkt mit den Seiten der Publisher verlinke, um den Nutzer mit dem nächsten Klick zurück zu Upday zu holen. Ende 2016 soll dieses Premium-Angebot kommen, ergänzte CEO Peter Würtenberger. So würden auch neue Zielgruppen in Adblocker-freiem Umfeld erschlossen. Upday will sich vornehmlich über Werbung finanzieren, vor allem über ganzseitige Werbeanzeigen.


Werbung solle als Native oder Programmatic Advertising eingebettet sein. „Native Advertising is the future!“ Diese Botschaft trug Kenneth Lerer im Gespräch mit Vorstandschef Mathias Döpfner vor. Lerer ist Geschäftsmann, Mitgründer der Huffington Post und Chairman von BuzzFeed.

Nach Deutschland und Polen sollen Frankreich, Spanien, Großbritannien und Schweden folgen. Upday wird nicht nur auf Smartphones, sondern auch auf weiteren Samsung-Geräten nutzbar sein – und top-positioniert.
(gp)  

ZenithOptimedia: Onlinewerbung überholt Fernsehwerbung 2018

In drei Jahren, so prognostiziert es die Mediaagentur ZenithOptimedia, überholt das Internet das Fernsehen als bislang führendes Werbemedium weltweit. Grund dafür sei das rapide Wachstum von Suchmaschinenwerbung mit ihren Direct‐Response‐Möglichkeiten, während TV in erster Linie der wesentliche Kanal für Markenbekanntheit bleibe. Insgesamt werde audiovisuelle Werbung (TV und Online Video) bis 2018 weiter wachsen. „Das Fernsehen bietet Werbungtreibenden nach wie vor unübertroffene Möglichkeiten des schnellen Reichweitenaufbaus, während Online‐Video durch Genauigkeit beim Targeting und der Personalisierung von Marketingbotschaften überzeugt“, so Frank‐Peter Lortz, CEO ZenithOptimedia Group Germany. Beflügelt werde das vom Trend, auch Online Bewegtbilder einzusetzen sowie von Großereignissen im Sport aber auch den Präsidentschaftswahlen in den USA. ZenithOptimedia erstellt vierteljährlich Prognosen seit 1987.

Neues Tagesspiegel-Portal will zur Glaubwürdigkeit der Medien beitragen

Seit gut einer Woche hat der Berliner Tagesspiegel ein neues Debattenportal online. Mit Causa, das noch in der Beta-Version läuft, will die Redaktion die drei Elemente „Argumente, Autoren und Zusammenhänge“ zwischen den Autoren inhaltlich wie optisch sichtbar machen. Den Machern geht es vor allem um die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner konstatierte die Verknappung und Verkürzung nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Netz, obwohl dort eigentlich ausreichend Platz wäre. Für Chefredakteur Lorenz Maroldt ist Causa auch eine Antwort auf das Nachdenken über die Kommunikation mit den Lesern. Das betreffe etwa den Vorwurf, die Leitmedien argumentierten auf einer Linie. Dazu trägt aus Sicht Turners die heute mögliche schnelle Rückkopplung bei, die Journalisten beim Verfassen und Einordnen nach einem Ereignis gegeben ist. Ob dem wirklich so sei, wolle das neue Portal auch über Schnittmengen verdeutlichen, so die verantwortliche Redakteurin Anna Sauerbrey. Durch die wenigen bislang eingestellten Beiträge ließe sich das noch nicht wirklich erkennen. Sie kündigte ferner eine Kommentarfunktion sowie die Möglichkeit an, Profile zu erstellen. (gp)

 

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