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Liebe Leser,

ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Die Medienlandschaft war unter anderem geprägt von einschneidenden Einsparungen,  der Auseinandersetzung zwischen Google und den Verlegern um die Verwendung von Inhalten und dem Personalkarussell in den Chefredaktionen. In der letzten text intern-Ausgabe des Jahres haben wir Ihnen einige Highlights zusammengestellt. Und natürlich darf auch der traditionelle Rückblick auf die Branchen-Events des Jahres nicht fehlen.

Wir erscheinen am 15. Januar wieder mit einem Branchenausblick auf das kommende Jahr 2015. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und für das neue Jahr viel Erfolg bei der Umsetzung all Ihrer geschäftlichen Vorhaben,  damit wir weiterhin darüber berichten können.

Redaktion und Verlag von text intern

Widerrede

In der letzten Ausgabe von text intern hatte Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereiches Radio und Audiodienste im Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), dem Intendanten von Deutschlandradio vorgeworfen, er halte in der Digitalradiodebatte unerschütterlich an einer von ihm erfundenen Position fest. Stattdessen wäre eine weniger technikgetriebene und programmaffinere Betrachtung produktiver, rät Schunk.  

Dem hält der angesprochene Willi Steul entgegen:
 
„Teil meiner Argumentation war immer - und das weiß der geschätzte Kollege Schunk sehr wohl, wir haben oft persönlich darüber gesprochen -  der Hinweis darauf,  dass der für die Gattung Radio unerlässliche Umstieg in die digitale Technologie DAB+  nur zusammen mit den Privat-Veranstaltern gestaltet werden kann, die sich aus Werbung finanzieren müssen.  Auch deshalb habe ich die Initiative ´Digitalradio Deutschland e.V.´  angeregt, in der auch Privatradios und Unternehmen zusammen mit Deutschlandradio Mitglied sind. Und dass wegen der Problematik der Refinanzierung aus Werbung  die zunächst parallele Ausstrahlung über UKW und DAB+ so kurz wie möglich sein muss und Modelle zu überlegen sind, wie die Finanzierung für private Betreiber erleichtert wird. Auch die ARD hat jüngst gefordert, Finanzierungsanreize für die Privaten beim Umstieg auf DAB+ zu schaffen. Die Entwicklung im europäischen Ausland zeigt, dass die Nennung eines angestrebten UKW-Abschaltdatums die Durchsetzung im Markt wesentlich beschleunigt und dass dafür ein Zeitraum von mindestens zehn Jahren vorzusehen ist.  Ich bleibe dabei: das Ziel 2025 ist sehr ehrgeizig, aber auch die Nennung eines solchen Ziels hat die Befassung mit dem Thema beschleunigt. Außerdem fordert uns Öffentlich-Rechtliche ja die KEF auch dazu auf.“
 

Neue Aufgabenverteilung im Bild-Marketing

Zusätzliche Aufgaben bei Axel Springer SE gibt es für Tanja Schäfer (Bild links, 42): Als Bild General Managerin NRW wird sie zusätzlich die neu geschaffene Position Leitung Brand Solution übernehmen und damit für Markenkonzepte, Merchandising und Gewinnspiele zuständig sein. Eduard Gerlof (33) ist im neu geordneten Verlagsbereich der Bild-Gruppe ab 1. Dezember Vice Director Marketing. Er verantwortete zuvor das Direkt-Geschäft der Zeitungsgruppe. Director Strategie ist Mischa Sander (37), der diese Position schon für die digitalen Bild-Bereiche innehatte. Er wird seinen Fokus auf die Erschließung neuer Geschäftsmodelle und strategische Themen legen. Die Werbeleitung liegt künftig in den Händen von Bild-Verlagsgeschäftsführerin Donata Hopfen.

Medienboard-Chef: „Wir holen auf“

Die Region Berlin-Brandenburg hat erstmals einen Medienindex für die audiovisuelle Medienwirtschaft erarbeiten lassen und die Verantwortlichen sind begeistert. Die Ergebnisse seien erfreulich, in der Region gebe es mehr Venture Capital als anderswo im Bundesgebiet, die Region wachse stärker als München und andere deutsche Medienstandorte, sagte der Geschäftsführer vom Standortmarketing Medienboard, Elmar Giglinger, am Dienstag in Berlin. Noch sei München stärker, „aber wir holen auf“.


Der Wirtschaftsbereich der audiovisuellen Medien (Film, Fernsehen, Web, Mobile, Games) habe 2012 ein Volumen von rund 5,7 Milliarden Euro und damit einen Anteil von 2,3 Prozent an der Wirtschaftsleistung in Berlin-Brandenburg gehabt. Seit 2004 sind die Umsätze in diesen Branchen um 80 Prozent gestiegen, die Zahl der Unternehmen wuchs um 74 Prozent auf 12.554 aktive Betriebe. Das seien etwa 5,4 Prozent aller in der Region ansässigen Unternehmen. 2013 arbeiteten in der Branche gut  62.000 Beschäftigte.


Während der Umsatz pro Unternehmen bei Film, TV und Mobile steigt, sinkt er bei Web und Games, besagt die vom Marktforschungsinstitut House of Research erstellte Untersuchung. Andererseits ist bei Film und TV die Zahl der Beschäftigten gesunken, um 15 bzw. 18 Prozent. Mit durchschnittlich siebenprozentigem jährlichem Umsatzwachstum sei der Film- und Fernsehmarkt jedoch wirtschaftlich stabil und stelle mit insgesamt rund 1,8 Mrd. Euro Umsatz 2012 eine bedeutende Größe dar. In Berlin werde jeder dritte neue Arbeitsplatz in der Medien- und Kreativwirtschaft geschaffen, so Giglinger. Er geht auch in diesem Jahr von Wachstum in der Branche aus. Ein Standbein dafür sei die Sat.1-Produktion Newtopia im brandenburgischen Königs Wusterhausen mit einem Jahresumsatz von 38 Millionen Euro und deutlich über 100 Beschäftigten. (gp)

Grüne schlägt Rotationsverfahren für ZDF-Fernsehrat vor


Für die Neubesetzung des ZDF-Fernsehrates hat die medienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Tabea Rößner, ein Rotationverfahren vorgeschlagen. Bei der Besetzung der „Staatsbank“ sollten nicht alle 16 Länder gleichzeitig mit einem Sitz vertreten sein, sondern nur acht. Die anderen sollten stellvertretende Mitglieder stellen. Nach der Hälfte der Amtszeit würden sie wechseln. Diesen und weitere  Vorschläge von Tabea Rößner lesen Sie in einem Gastbeitrag in text intern. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts müssen die Bundesländer bis Ende Juni kommenden Jahres eine verfassungsgemäße Neuregelung des ZDF-Staatsvertrages gefunden haben.

Vielfalt in den Gremien - Vorschläge für die Novellierung des ZDF-Staatsvertrags


Es ist still geworden. Nachdem die Causa Brender vor fünf Jahren eine breite Debatte über die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgelöst hatte und es im Nachgang des Bundesverfassungsurteils zum ZDF-Staatsvertrag zahlreiche Veranstaltungen gab, verhandeln die Vertreterinnen und Vertreter der Staatskanzleien hinter verschlossenen Türen über die Umsetzung des Urteils. Erst am Ende der Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober erfuhr die Öffentlichkeit, dass zu diesem Thema nichts entschieden worden sei.

Google missbraucht seine Marktmacht


Nachdem Axel Springer seine Datendokumentation abschlossen hat, wird ein gravierender Schaden durch verschlechterte Suchanzeigen bei Google ersichtlich: die Suchergebnisanzeigen von welt.de, computerbild.de, sportbild.de und autobild.de sind seit Oktober 2014 bei Google nur noch eingeschränkt sichtbar. Foto- und Videoangebote wurden vollständig ausgelistet. Hintergrund war die Entscheidung der Axel Springer SE Google zunächst keine Gratis-Lizenz für diese vier Titel zu erteilen. Weitere News auch aus den USA in der Printausgabe.

„Als Bettvorleger gelandet“


Lange Zeit hat es so ausgesehen, als sei Medienpolitik auf Länderebene ausschließlich bei Rheinland-Pfalz angesiedelt. Hin und wieder kam auch noch eine Wortmeldung aus Sachsen. Mittlerweile gehört auch Hamburg dazu. Seit dem vergangenen Jahr setzt sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz für einen Medienstaatsvertrag zwischen Bund und Ländern ein. Während Rundfunk Ländersache ist, fällt die Netzpolitik unter die Aufgaben des Bundes, es geht um die Schnittstellen zum Bundesrecht.

VDZ/Summit
Publishers´Summit in Berlin: Verleger fordern Mut von sich selbst

„Ich spüre einen neuen Spirit im Magazinmarkt.“ Hubert Burda, Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), machte seinen Verlegerkollegen zu Beginn des Publishers´ Summit am Donnerstag in Berlin Mut. „Wir sind in der Talsohle angekommen und haben das Schlimmste hinter uns“, sagte Burda. Im Vergleich zu anderen Branchen hätten die Zeitschriften den Kontakt zum Endkunden, „wir bräuchten aber viel mehr eMail-Adressen“.

Hamburgs Bürgermeister, Olaf Scholz, sprach sich für den niedrigeren Mehrwertsteuersatz bei den digitalen Produkten der Verlage aus. Auch EU-Kommissar Günther Oettinger plädierte für einen Mehrwertsteuersatz digitaler Verlagsprodukte von sieben Prozent. Das bleibe aber eine nationale Aufgabe. Hier müssten Bundestag und Bundesrat tätig werden. Der neue Kommissar für Digitale Wirtschaft bot den Verlegern an, ihren Rat bei der Datenschutzverordnung und anderen Vorlagen wie etwa dem geplanten Urheberrechtsschutz einzuholen. 

Springer-Manager Andreas Wiele forderte mehr Mut der Verlegerschar beim Thema Leistungsschutzrecht. Beim ersten Gegenwind knickten alle ein, das ginge eigentlich nicht an.

Mut machte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher. 81 Prozent der Bundesbürger empfinde die Qualität der Medienlandschaft als gut oder sehr gut. Der Wert der Zeitschriften schlage sich in der Lesedauer nieder, so Köcher. Im Durchschnitt würden die Befragten 67 Minuten lang in einer Zeitschrift lesen. Unklare Vorstellungen hätten die Befragten über den Wert der digitalen Ausgabe einer Zeitschrift. Im Durchschnitt sähen alle Befragten 1,45 Euro für eine Digital-Ausgabe für angemessen an, bei der Gruppe der Zeitschriften-Abonnenten läge der Wert bei durchschnittlich 1,65 Euro.

„Die Gattung Zeitschriften wird heute weit unter Wert gehandelt. Ihre Branche erweckt in letzter Zeit den Eindruck, als ob sie selbst nicht ganz von sich überzeugt ist“, resümierte Köcher. (gp)

„Mehr als Werbung – Schweden kommunizieren“

Die schwedische Botschaft in Berlin präsentiert ab dem heutigen Donnerstag eine Ausstellung über die landestypische Werbung. „Mehr als Werbung – Schweden kommunizieren“  heißt es bis 23. Januar mit zahlreichen Beispielen von ernst bis hintergründig humorvoll. Das Schwedische Institut, vergleichbar mit dem deutschen Goethe-Institut, will Spezifisches und eine deutlich nationale Prägung der Werbung aufzeigen. Besonders in jedem Fall: es gibt sehr viele öffentliche Auftraggeber, auch wenn der Marketingetat staatlicher Kampagnen nicht so hoch ist wie der privater. Ist der Schwede kreativer als andere? Wiebke Ankersen, Presseattachée der Botschaft, meint dazu, der Schwede spiele mehr. Der Staat gebe Sicherheit.

 

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