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Legen sich die Spannungen zwischen Google und den Verlagshäusern?

Die Spannungen zwischen Google und den Verlagshäusern rühren daher, dass viele Verleger Google als Nutznießer ihrer Arbeit im Netz sehen. Google geht nun auf die Verlage zu und bietet 150 Millionen, um das angespannte Verhältnis zur europäischen Verlagsbranche zu verbessern. Unterstützung findet der Internetriese bei renommierten Zeitungen. In den kommenden drei Jahren soll das Geld der Förderung des digitalen Journalismus dienen.

Die Kooperation läuft unter dem Namen "Digital News Initiative", Initiative für digitale Nachrichten, mit Beteiligung von acht angesehenen Medien, so auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Zeit" aus Deutschland sowie die britische Zeitung «Guardian». Weitere Teilnehmer sind die Schwergewichte "Financial Times", "El País", "Les Echo", "La Stampa" und der Verlag NRC Media aus den Niederlanden. Drei internationale Journalisten-Vereinigungen sind auch dabei.

Auf die Frage, ob es Google nur darum gehe, die Medien digital fit zu machen, oder ob das Unternehmen bereit sei, seine eigenen Dienste zu verändern, sagte der zuständige Google Manager Carlo D'Asaro Biondo: "Es geht um beides." Google könne mehr für die Medien tun, führte er in einem Interview der "Financial Times" weiter aus.

In Deutschland ringt eine Vielzahl von Verlagen darum, ob Google ihnen Geld bezahlen muss, wenn kleine Fragmente ihrer Artikel in der Nachrichten Suchmaschine Google News anzeigt werden. Die "FAZ" und die "Zeit" beteiligen sich nicht an der VG Media, die Forderungen gegenüber Google geltend macht.

Tony Danker, Geschäftsführer vom "Guardian" sagte, er hoffe, dass die Diskussionen in Europa auch zum Google-Hauptquartier in Kalifornien durchdringen werden. Maßstab für den Erfolg sei, ob es tatsächliche Veränderungen gebe, um Journalismus im digitalen Zeitalter zu unterstützen.

Carlo D'Asaro Biondo sagt "Google wird Hand in Hand mit Verlegern und Organisationen arbeiten, um zu helfen, nachhaltigere Modelle für Nachrichten zu entwickeln." Google verspricht, dass durch die gemeinsame Zusammenarbeit "Umsatz gesteigert und mehr Besucher auf die Angebote der teilnehmenden Verlage" kommen.

Heinen hofft weiter auf Entlastung beim Mindestlohn

Angesichts der ungelösten Fragen, die der Koalitionsausschuss am 26. April zurückgelassen hat, wird der Mindestlohn weiter Thema bleiben, erklärt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nach dem Termin. Insofern träfen auch die Aussagen von Helmut Heinen, die er drei Tage zuvor beim Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) gemacht hat, weiter zu:  Dort habe der BDZV-Präsident  darauf hingewiesen, dass die Verfassungsrechtler Udo Di Fabio und Christoph Degenhart aufgrund der zu erwartenden gravierenden Auswirkungen des Mindestlohnes auf die flächendeckende Versorgung mit Presseprodukten bereits vor unangemessenen Belastungen für die Verlage gewarnt hatten.

Vor diesem Hintergrund zeigte Heinen sich zuversichtlich, dass eine ursprünglich geplante Entlastung der Zeitungen nun doch noch umgesetzt werde. Der aus der Bundesregierung stammende Vorschlag, die Sozialabgaben für geringfügig beschäftigte Zusteller zu senken, sei geeignet, einen Teil der Mehrkosten aufzufangen. "Es kann nicht im Interesse der Politik sein, die flächendeckende Zustellung und in der Folge ganze Lokalausgaben von Tageszeitungen in Frage zu stellen. Wir sind sicher, dass die Regierungskoalition nun rasch handeln wird." 

Heinen hatte auf eine aktuelle Umfrage bei den Verlagen verwiesen: „Fast eine halbe Million Haushalte in Deutschland können nicht mehr betriebswirtschaftlich sinnvoll beliefert werden“, so der BDZV-Präsident. Betroffen seien vor allem ländliche Gebiete. Die Mehrkosten für die Zustellung im Vergleich der Jahre 2015 zu 2014 lägen schon jetzt über 200 Millionen Euro. Hinzu kämen die Bürokratiekosten für die aufwendige Dokumentation mit mehr als zwölf Millionen Euro pro Jahr.

Laut der Umfrage hätten die Mehrbelastungen durch den Mindestlohn im Zustellbereich bisher schon zu 2.000 Entlassungen beim Zustellpersonal geführt, so Heinen. Für das laufende Jahr seien noch einmal rund 1.300 Entlassungen geplant.

Frühjahrstagung: Anzeigenblätter müssen übersichtlicher werden!

Um für Jugendliche attraktiv zu werden, müssen die Anzeigenblätter übersichtlicher werden. Das resümierten Prof. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, und Ingo Barlovic, Gesellschafter der Agentur iconkids & youth international research, auf der Frühjahrstagung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) am Freitag in Berlin. Barlovic nannte aus Sicht Jugendlicher mehrere Vorteile der Anzeigenblätter: sie nervten nicht, seien bereits im Haushalt, kosteten nichts, brächten Regionalität. Viele Jugendliche läsen Zeitungen lieber auf Papier als digital. Außerdem böte die Zeitung die Möglichkeit, physische Gegenstände wie Gutscheine beizulegen. Aber die Zeitungen müssten den Jugendlichen auch signalisieren, dass sie für sie da seien.


Schon auf Seite 1 sollten die Blätter übersichtlich sein, schnell Inhalte kommunizieren und wenigstens ein Angebot für junge Leute integrieren, wie etwa ein Foto. Wenn das zündend sei, so Barlovic weiter, lohne es sich auch, die Ausgabe digital zu verlinken. Ansonsten fänden es junge Leute eher weniger cool, Anzeigenblatt-Websiten zu besuchen.

Aus Sicht von Frau Prof. Köcher sind Tageszeitungen deutlich stärker altersgebunden als Anzeigenblätter. Sie appellierte an die Verlage, eine vernünftige Arbeitsteilung einzugehen. Viele Erwartungen an die Tageszeitungen gälten mittlerweile auch für die Anzeigenblätter. (gp)

Neue Zahlen: RMS veröffentlicht Webradio Ratings

RMS veröffentlicht die Ergebnisse der Webradio Ratings. „Die Veröffentlichung der ersten Webradio Ratings liegt mittlerweile eineinhalb Jahre zurück“, sagt Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung von RMS. „Die zweite Ausgabe der Webradio Ratings umfasst noch mehr Angebote und belegt die gestiegene Beliebtheit von Webradios, Music-on-Demand-Anbietern und Aggregatoren. Im Vergleich zu den Webradio Ratings 2013 ist die Reichweite von Online-Audio um 42 Prozent gestiegen. Die neuen Zahlen bedienen die aktuelle Nachfrage aus dem Markt, bevor – voraussichtlich ab Herbst 2015 – die Reichweiten für Online Audio in der neuen ma Audio ausgewiesen werden.“

Die zentralen Ergebnisse der Webradio Ratings 2015 besagen, dass das Webradio rasant wächst, und zwar hören 25 Millionen Deutsche Online Audio.
 
Insgesamt wurden in den Webradio Ratings für 343 Webradio-Angebote die Reichweiten erhoben, so wie für 270 Online-Only-Sender, 47 Livestreams privater Radiosender, 14 Musik-on-Demand-Angebote wie Spotify und zwölf Aggregatoren wie radio.de.

Netto-Werbeumsätze im Jahr 2014 leicht rückläufig

Der Netto-Werbeumsatz der Anzeigenblätter in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2014 zurückgegangen, meldete der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) im Vorfeld seiner Frühjahrstagung 2015 in Berlin.

 „Für das Geschäftsjahr 2014 beträgt der Netto-Werbeumsatz unserer Branche 1,847 Milliarden Euro. Damit verzeichnen wir einen Rückgang der Umsätze um 4,4 Prozent. Das Beilagengeschäft ist mit einem Anteil von 633,3 Millionen Euro stabil geblieben. Die Verluste im Gesamtumsatz sind hauptsächlich auf Rückgänge im Anzeigengeschäft zurückzuführen, das mit 1,214 Milliarden Euro in den gesamten Netto-Werbeumsatz der Anzeigenblätter einfließt“, so BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers. „Der Werbekuchen wird nicht größer, verteilt sich aber auf immer mehr Werbeformen. Anzeigenblätter können sich im Mediamix gut behaupten und sind weiterhin der drittgrößte Werbeträger in Deutschland.“ 

Der BVDA meldet 1327 Anzeigenblatt-Titel mit einer wöchentlichen Gesamtauflage von 90,2 Millionen Exemplaren. Die größte Anzahl der Titel erscheint weiterhin zur Wochenmitte und am Wochenende. Als Spitzenverband der Anzeigenblattverlage in Deutschland repräsentiert der BVDA 864 Titel mit einer Auflage von 65,2 Millionen. 

Mehr dazu lesen in der neuen Ausgabe von textintern.

"Mehr Mut und Transparenz“


„Wir sind nicht mehr mutig! Wir sind nur noch rasant schnell.“ Das wirft die Journalistin und Buchautorin Andrea Röpke der eigenen Zunft vor. Es fehle an der Zeit für analytische Beiträge und an Biss, sagte die Expertin für Rechtsextremismus auf einer Diskussionsrunde zum Tag der Pressefreiheit in Berlin.

Der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen von der Uni Tübingen beschrieb auf der Veranstaltung am Mittwochabend eine „handfeste Beziehungskrise zwischen Journalisten und Publikum“ durch wechselseitige Kränkungen. Hier stünden sich massenmediale Mediendemokratie und digitale Empörungsdemokratie gegenüber. Um die Beziehung zwischen Publikum und Journalisten zu verändern, brauche es eine kritische Partnerschaft, eine gesellschaftliche Solidarität, ein Klima der wechselseitigen Ermutigung. Journalisten müssten ihre Arbeit erklären und Fehler benennen, forderte Pörksen.

Die fehlende Solidarität untereinander und eine Defensivhaltung der Medien sieht auch Röpke. Auf Demonstrationen von Pegida und deren Ablegern bekäme sie nicht mehr den Begriff „Lügenpresse“ um die Ohren gehauen, sondern werde als „Judenpresse“ beschimpft, sagte die Politologin, die unter anderem für Spiegel, stern, taz, Focus, aber auch Panorama arbeitet. Gerade da sei es nötig, Position zu beziehen und komplex zu berichten. In der Berichterstattung heute aber müsse alles sehr einfach sein – wegen der Quoten.
Einig war sich die Runde, dass mehr Transparenz und mehr Dialog mit dem Leser, User, Hörer und Zuschauer auch über Fehler zu mehr Verständnis und Respekt führen könnten. Zeit-Redakteurin Alice Bota mahnte dabei zugleich an, eine Grenze zu ziehen. Nicht alles sei verhandelbar und die Wahrheit liege nicht in der Mitte. Unbeantwortet blieb die Frage von Medienjournalist Stefan Niggemeier, was mit einer wachsenden Zahl von Menschen zu tun sein, die bestimmte Fakten partout nicht glauben wollten. Als Beispiel nannte er die russische Rolle in der Ostukraine.

Ein richtig guter Journalist sei kein Sympath, sagte Pörksen. Er warf den ständig jammernden Journalisten vor, sie lebten an einer „Klagemauer. Der deutsche Journalismus braucht eine Verhaltenstherapie“. (gp)

Zweite Auflage für „moderneren und jüngeren Medienkongress“


„In unseren Augen ist die Media Convention das gelungene Experiment eines etwas anderen, moderneren und jüngeren Medienkongresses.“ Sagt Elmar Giglinger, Geschäftsführer des Medienboards Berlin-Brandenburg mit Blick auf die zweite Auflage von Media Convention und re:publica vom 5. bis 7. Mai in Berlin. Die Veranstaltungen führten die digital natives mit der Mediengesellschaft zusammen. In diesem Jahr werde es drei Bühnen geben: die erste zur Medienwirtschaft bespiele das für das Standortmarketing zuständige Medienboard, die zweite zur Mediengesellschaft bespiele die re:publica und auf der dritten zur Medienpolitik sei die Medienanstalt Berlin-Brandenburg wieder voll präsent. Die hatte sich im Vorjahr etwas zurückgehalten, nachdem sie vom abrupten Wechsel der medienpolitischen Veranstaltungen von der Internationalen Funkausstellung zur re:publica überrascht worden war.


Giglinger freut sich über Redner wie Netflix-Co-Gründer und CEO Reed Hastings, Marcus Ammon von Sky Deutschland , den ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor, Christoph Schneider von Amazon Instant Video Germany, den Hamburger Ersten Bürgermeister Olaf Scholz oder YouTube-Größen wie LeFloid. Die Media Convention habe kein konkretes Thema. Mit „Die Vermessung der Medienwelt“ habe er sich nicht durchsetzen können, sagt Giglinger. Dafür konzentriere sich die Media Convention auf das Bewegtbild.


Die re:publica beleuchte diesmal unter dem Motto „Finding Europe“ den digitalen Kulturraum Europa und seine netzpolitischen Besonderheiten. 600 Sprecher und mehr als 6.000 Gäste seien dabei, so der Gründer und Geschäftsführer der re:publica, Andreas Gebhard. Die digitale Welt ende nicht an Europas Grenzen, begründet Giglinger, warum sich die Media Convention nicht diesem Thema angeschlossen hat. (gp)

Lesezirkel: Stabile Wetterlage mit leichten Eintrübungen

Die gute Nachricht zuerst: Im Geschäftsjahr 2014 verzeichneten die deutschen Lesezirkel-Unternehmen stabile Umsätze und Reichweiten. Es gibt jedoch auch einige graue Wolken am Himmel. Im Vorfeld der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Lesezirkel in Bonn fand in Hamburg am 22. April die traditionelle Jahrespressekonferenz statt. Günther Hildebrand, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Lesezirkel e. V. in Düsseldorf, Regine Hildebrand, Bezirksleiterin Nord und Klaus Hemmerling, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Lesezirkel standen Rede und Antwort. Hildebrand zeigte sich „recht zufrieden“ mit der Umsatzentwicklung der rund 140 Lesezirkel Deutschlands, von denen etwa 90 im Verband organisiert sind. „Vertrieb und Reichweite entwickelten sich 2014 positiv.“ Der Gesamtumsatz stieg um ein Prozent auf 179,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Zeitschriftenvermietung legte um 2,8 Prozent auf 160,2 Millionen Euro zu und die Reichweite konnte auf 11,92 Millionen Leser pro Woche gesteigert werden (Medienanalyse 2014).

Werbung leicht im Minus

Die Lesezirkel-Werbung verzeichnete ein leichtes Minus von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 19,7 Millionen Euro. Hildebrand begründet: „Die Verlage und Lesezirkel mussten 2014 ein sinkendes Anzeigenvolumen verkraften, und die Verlage hoben ihre Abgabepreise an.“ Ebenfalls negativ bewertet Hildebrand die Einführung des Mindestlohnes zum 1. Januar 2015. Dabei sei nicht der Mindestlohn das Problem – sondern „die bürokratischen Hürden“, die er mit sich bringe, etwa bei der peniblen Dokumentation und Erfassung jedes Mitarbeiter-Einsatzes. Der Verband werde deshalb Korrekturen einfordern innerhalb der zweijährigen Evaluationsphase.

Pilotphase für digitale App

Zum Schluss noch eine gute Nachricht. Der Verband tut einiges für eine sonnige Zukunft. Eine digitale App für eine digitale Lesemappe wurde entwickelt und geht nun in eine rund sechsmonatige Testphase. Die App „My Lesezirkel“ soll die Print-Lesemappe ergänzen, nicht etwa ersetzen. Sie soll den Nutzern Mehrwert bringen, indem sie nicht nur die Inhalte der Zeitschriften digital verfügbar macht, sondern auch Service-Infos der öffentlichen Auslagestelle wie Praxen oder Friseure: Öffnungszeiten, Angebote und Tipps, aber auch Spiele und News. Diese Angebote könnte die Leserschaft der Lesezirkel ausweiten und verjüngen – und den Lesezirkeln eine weitere Einnahmequelle erschließen. Denn ihre Kunden könnten die App gegen Gebühr als Info- und Werbekanal nutzen.

(Steffanie Gohr)

Lesen Sie den kompletten Artikel plus Interview in der Printausgabe von text intern, Ausgabe 17/18 am 5. Mai.
 

Digitalradio-Board soll digitales Radio forcieren

 

Im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wird ein Digitalradio-Board eingerichtet. Das verkündete die Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) am Donnerstag in Berlin. Es solle keineswegs nach dem Motto gehen „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründ´ ich einen Arbeitskreis“, sagte Bär. Ziel des Boards müsse sein, Aufgaben zu benennen und eine Road Map für den Analog-Digital-Umstieg vorzulegen. Bär möchte im Juni zu einem ersten Treffen laden, sagte sie bei der Vorstellung der Studie „Terrestrischer Rundfunk: Zukünftige Entwicklung im Hinblick konkurrierender Übertragungswege“. Der Dialog solle ergebnisoffen sein, deshalb käme von ihr kein Umstiegs- oder gar Abschaltdatum.

Die Mitarbeit im neuen Board soll ehrenamtlich sein, sagte Bär. Geld zur Förderung vor allem für die Privatsender hat sie offenbar nicht. Denn während die ARD ihren Umstieg aus Gebühren finanziert, müssen die Privatradios die Mittel für Projekte und vor allem das Nebeneinander von UKW und DAB+ selbst erwirtschaften.

Derzeit gibt es in Deutschland 350 verschiedene DAB-Radiogeräte. Dieses Jahr sollen 800.000 Geräte vertrieben werden. Damit wären rund fünf Millionen Endgeräte im Markt, hieß es auf der Veranstaltung.
 

Rabe: „Wir blicken mit einiger Zuversicht in die Zukunft“

Bertelsmann konnte im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und operatives Ergebnis auf die höchsten Werte seit sieben Jahren steigern. Der Umsatz des Konzerns steigt um 3,1 Prozent auf 16,7 Milliarden, das operative Ergebnis legte um 2,7 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro zu. „Die Transformation kommt voran“, resümierte Vorstandschef Thomas Rabe auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Berlin. „Unser Unternehmen wird schrittweise wachstumsstärker, digitaler  und internationaler.“ Nach Rabe hat der Konzern auf dem Weg der Transformation ungefähr die Hälfte der Strecke zurückgelegt.

Die RTL Group habe ihr starkes Vorjahresergebnis übertroffen. Vor allem habe der Sender die führende Position im Online-Video-Geschäft weiter ausgebaut. Weltweit sei die RTL Group der viertgrößte Anbieter von Onlinevideos hinter Google, Facebook und AOL. Das Engagement bei Gruner+Jahr nannte Rabe eine „klares Bekenntnis zum Journalismus“. Der Verlag, dessen Umsatz und operatives Ergebnis im vergangenen Jahr gesunken war, komme „bei der Transformation gut voran“, bekräftigte Rabe.

Das Buchgeschäft des Konzerns ist für den Vorstandschef „identitätsstiftend“. Der Zusammenschluss von Penguin und Random House zahle sich jetzt schon aus. Der Umsatz sei auf  3,3 Milliarden Euro gestiegen und lege auch organisch zu. Zum Jahresende werde die Integration vollständig abgeschlossen sein.

Weltweit verkaufe man zwei Millionen Bücher – gedruckt und digital – pro Tag. Der Digitalanteil beträgt weltweit 20 Prozent, sagte der für das Buchgeschäft zuständige Vorstand Markus Dohle. 30 Prozent seien es in den USA, 15 in Deutschland und unter zehn Prozent im spanischsprachigen Raum.

Im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einem weiter steigenden Umsatz auf etwa „17 Milliarden Euro plus“ und einem erneuten Anstieg beim operativen Ergebnis. Als belebende Faktoren nannte Rabe das verbesserte makroökonomische Klima in den Kernmärkten, die Wechselkurse, Investitionen sowie kleiner werdende rückläufige Geschäftsfelder. Mittelfristig peilt Bertelsmann ein Konzernergebnis von einer Milliarde Euro an. Das lag im vergangenen Jahr mit 573 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 885 Mio. Euro. Gleichzeitig investierte Bertelsmann 1,6 Milliarden Euro, mehr als die Hälfte davon entfiel auf Kaufpreiszahlungen für Digital- und Wachstumsgeschäfte. Der Umsatz soll in den kommenden drei bis fünf Jahren auf 20 Milliarden Euro erhöht werden. Ob das ein Jahr länger dauere, sei nicht so wichtig, sagte der Vorstandschef. Inhaltliches wiege schwerer.  „Wir blicken mit einiger Zuversicht in die Zukunft“, so Rabe. (gp)

 

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